Bundesweiter Bildungstreik

 

Solidaritätsadresse 

Der Bund Deutscher Baumeister Architekten und Ingenieure (BDB) der auch Studenten zu seinen Mitgliedern zählt, begrüßt den bundesweiten Bildungsstreik von Studenten und Schülern in dieser Woche, damit nicht nur den Politikern sondern auch der breiten Bevölkerung klar wird, wie schlecht die Bedingungen an deutschen Schulen und Hochschulen sind.

Seit Beginn des Bolognaprozesses vor zehn Jahren hat sich der BDB gegen sechssemestrige Bachelorstudiengänge in den Fachbereichen Architektur und Bauingenieurwesen, die zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führen sollen, ausgesprochen. Ein Hochschulstudium der Architektur und des Bauingenieurstudium muss mindestens acht Semester betragen, um zur Berufsbefähigung zu führen und um in Europa anerkannt zu werden.

Die Klage darüber, dass das Studium völlig verschult ist, ist berechtigt. Der sehr dichte Termin- und Prüfungsplan läßt keine Freiheiten, andere Fächer zu belegen und verhindert jegliches gesellschaftspolitisches Engagement. Wesentliche Kriterien eines Hochschulstudiums, die ermöglichen sollen, auch über den fachlichen Tellerrand zu schauen, sind nicht mehr gegeben. Die gewollte Erhöhung der Mobilität der Studierenden national noch international wurde durch den Bolognaprozess nicht erreicht. 

Die massiven Proteste sind Ausdruck der schlechten Stimmung und Studienbedingungen für die in einigen Ländern auch noch Studiengebühren bezahlt werden müssen. Der BDB lehnt Studiengebühren grundsätzlich ab. Es kann nicht sein, dass junge Menschen mit hohen Schulden ins Berufsleben geschickt werden.

Diese Aussichten schrecken viele Studienberechtigte von einem Studium ab. Studiengebühren sind sozial ungerecht, fördern den Akademikermangel und behindern die  Entwicklung in Deutschland.


 
Positionspapier zu Bachelor- & Masterstudiengängen:  
2009 Positionspapier: Fordernungen zur Architekten- und Ingenieurausbildung   

 

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