Details zum Studentenförderpreis

Studentenförderpreis 2009

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Am 22. Mai wurde anlässlich der öffentlichen Kundgebung der BDB-Studentenförderpreis 2009 verliehen. Die Jury, unter Vorsitz von Christian Baumgart, hatte sich entschlossen, drei Förderpreise und drei Anerkennungen zu vergeben.

Prämiert wurden Studienarbeiten, die für die Entwicklung des Bauens unserer Zeit beispielhafte Gebäude, Ingenieurbauwerke und Konstruktionen zum Thema hatten. Für die Preise wird vom BDB ein Gesamtbetrag von 5.200 EUR zur Verfügung gestellt.

 

Einen Förderpreis erhielt Jannes Wurps, Berlin, für die Arbeit "Brighton West Pier Debris".

Urteil der Jury:

Es gelingt dem Verfasser dem vom Verfall bedrohten Seebad Brighton durch sein Projekt ein neues, eigenes Charisma und darüber gegebenenfalls eine Zukunft zu geben. Der morbide, durch die Ruinen des alten Piers geprägte Kontext wird durch verschiedene erzählerische Architekturen und fast mystisch wirkende Landschaftsfragmente zu einem Erlebnisort mit außergewöhnlich poetischer Ausstrahlung umgeformt.

Mit einem Strauß malerischer Ideen, die in einem sehr sensiblen und intensiven Dialog mit Ort und Aufgabe entstanden sind, wird der `genius loci´ des Seebades mit seinen Witterungsverhältnissen und den Relikten seiner historischen Badekultur faszinierend herausgearbeitet. Der entstandene Kontext inszeniert durch verändernde Eingriffe und bauliche Interpretationen ortstypische Erlebnisqualitäten neu. Dies gelingt über die künstlerisch wie handwerklich sehr beeindruckend komponierten Bilder, die alle Sinne ansprechen, Assoziationen wecken und zum Träumen anregen.

Die Arbeit entwickelt starke Ansätze zu einer phantasievollen neuen Vision für Brighton. Besonders in Zeiten, in denen der globale Tourismus zunehmend in Frage gestellt werden muss, ist die Form der Architektur als Erzählung eine interessante Strategie, um, wie hier überzeugend geschehen, traditionsreiche Erholungsorte in unseren Kulturräumen wirkungsvoll zu regenerieren und so zukunftsfähig zu machen.

Ein weiterer Förderpreis ging an Sarah Bosen, Aachen, für ihre Arbeit "MUF_Mobil Urbane Flusseinheit – Expedition Amazonas"

Urteil der Jury:

Das Projekt Mobile Urbane Flusseinheit – Expedition Amazonas beschäftigt sich mit einer exotischen, aber realistischen Aufgabenstellung, der Entwicklung eines Konzeptes für eine multifunktionale, transportierbare und schwimmfähige Forschungsplattform. Es besticht durch eine durchdachte Funktionalität und eine hervorragende konstruktive Durcharbeitung. Tragstruktur, Gebäudehülle und Ausrüstung sind der Aufgabenstellung bis in das Detail angemessen. Eine Prouvé’sche Filigranität und Leichtigkeit sind die hervorstechenden Merkmale des konstruktiven Konzeptes. Das graphische und technische Niveau der unaufgeregten, aber ingenieurmäßig präzisen Darstellung der Arbeit ist hoch.

Gordon Hoffmann, Potsdam, erhielt den Förderpreis für seine Arbeit "Die systemisch nachhaltige Entwicklung von Dharavi in Mumbai"

Die Arbeit liefert einen beispielhaften Beitrag zur Überformung, nachhaltigen Sanierung und städtebaulichen Neuordnung asiatischer Slums und informeller Siedlungsstrukturen. Durch gut durchdachte und sorgsam aufeinander abgestimmte Interventionen werden dichter Siedlungsraum und notwendige Frei- und Naturräume neu zugeordnet, die erforderliche Infrastruktur geschaffen sowie Ver- und Entsorgungssysteme angemessen installiert.

Dabei entstehen trotz hoher Dichte angenehme Baumassen mit guten Nutzungszuordnungen und variabel – erweiterbaren Grundwohnflächen. Die zu Wasserspeicherung und –aufbereitung notwendigen Hochbehälter bilden zugleich eine gut proportionierte Markthalle mit hohen stadträumlichen und klimaschützenden Qualitäten. Die Faultürme und ihr Umfeld werden zu prägenden Bestandteilen des Landschafts- und Stadtraumes. So werden infrastrukturelle und ingenieurtechnische Anforderungen in beispielgebender Art und Weise mit räumlich – städtebaulichem und architektonischem Denken verknüpft.

Insgesamt besticht die Arbeit durch ihren Durcharbeitungsgrad in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht ebenso wie durch ihr hohes Verantwortungsbewusstsein für nachhaltiges Planen und Bauen.

Die drei Anerkennungen gingen an Michael Rabe, Zürich, für die Arbeit "Casino am Mythenquai", an Marco Molitor, Münster, für die Arbeit "Shifting sands" und an Sarah Wörnhör und Johannes Dachsel für die Arbeit "Flussraum Mantua".

Berlin, 25.05.2009 

 
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