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Bundesvorstandssitzung

Bundesvorstandssitzung

Im Berliner „Hotel President“ traf sich der Bundesvorstand zu seiner turnusgemäßen Wintersitzung, bei der die Zwischenberichte der auf dem Baumeistertag in München eingeforderten Arbeitsgruppen „Zukunft des BDB“ im Zentrum standen.

Präsident Hans Georg Wagner begrüßte mit Markus Fehrs den Sohn von Wolfgang Fehrs aus Schleswig-Holstein, der sich anschickt, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Mit Franz Josef Zimmermann hieß Wagner den neuen Landesvorsitzenden aus Rheinland-Pfalz willkommen und später am Nachmittag stieß auch Heidi Aschl noch zur Runde, bei der sich der Bundesvorstand nach ihrem Ausscheiden aus dem Präsidium für die langjährige Arbeit bedankte.

AG „Zukunft des BDB“
Präsidiumsmitglied Helmut Zenker machte den Anfang und stellte die Arbeit der von ihm geleiteten AG „Mehrwertgestaltung für Mitglieder“ vor. Die AG hatte sich im November in Stuttgart getroffen, wobei das Konzeptpapier „Der BDB setzt sich für seine Mitglieder ein – ein Mehrwert für jedes BDB-Mitglied“ von Zenker den Arbeitsschwerpunkt bildete. Im BDB-Einsatz nach außen macht Zenker vier Bereiche aus: Interessenvertretung der Architekten und Ingenieure, Lobbyarbeit in der Politik, Öffentlichkeitsarbeit und das Führen von Mitgliederlisten, in denen sich Interessierte über Planer informieren können. Die Mitglieder der jungen Generation muss der BDB dort abholen wo sie stehen, sei es als Absolventen, denen Praktikums- und Arbeitsplätze angeboten werden müssen oder als Studierende, über die Nachwuchs für Ingenieurbüros generiert werden kann. Aber auch den nichtselbstständigen Mitgliedern muss der BDB weiter einen Ort geben. Im Einsatz nach innen liegen die Schwerpunkte in den Bereichen Information, Beratung in Berufsfragen, Fortbildungsangebote und Erfahrungsaustausch, aber auch in sogenannten Incentives, also Vereinbarungen des BDB mit Anbietern von Dienstleistungen etc.

Präsidiumsmitglied Christoph Schild informierte aus der AG „Mitgliederbetreuung, Mitgliederbindung“ und analysierte zuerst einmal den Personenkreis, um den sich seine AG Gedanken macht. Denn das erste Mitglied, der Interessent an einer Mitgliedschaft, ist noch gar keins, gab er zu bedenken und das letzte, die Angehörigen eines verstorbenen Mitglieds, seien es auch nicht. Dazwischen gebe ein weites Feld an Mitgliedern, etwa die neuen Mitglieder, die schnell angesprochen werden müssten, um sie im Verband zu verorten; die aktiv teilnehmenden Mitglieder, die für ihre Arbeit gewürdigt werden wollten; die passiven Mitglieder, die sehr wichtig sind, weil sie in ihrer großen Zahl den Verband ausmachen; die Mitgliedsgruppen mit gleichen Interessen (Studierende, Jungabsolventen, Architekten, Ingenieure); besondere Mitglieder, wie etwa Ehrenmitglieder und Funktionäre, um die sich auch verstärkt gekümmert werden müsse. Zwei weitere kommen noch hinzu: das austrittswillige Mitglied, bei dem die Zeit bis zum Austritt genutzt werden müsse, um ihn eventuell noch umzustimmen und das ausgetretene Mitglied, das dem Verband vielleicht noch näher steht, als der Interessent. Diese Fülle an Personen, könne, so das erste Fazit Schilds, ehrenamtlich nicht mehr betreut werden, was zwangsläufig zu strukturellen Veränderungen im Verband führen müsse.

Die AG „Mitgliederdialog unter Einbeziehung moderne Netzwerke“ hatte sich noch nicht getroffen, wie Vizepräsident Ernst Storzum berichtete, hatte sich aber bereits per Mail konstituiert. Hier stellt sich die Frage, welche sozialen Netzwerke vom BDB bedient werden sollen, welche man vielleicht auch schon kurzfristig in Angriff nehmen könne. Eines kristallisierte sich aber auch hier heraus: Die Arbeit wird nur schwer ehrenamtlich zu leisten sein.

Präsidiumsmitglied Klaus Schneider sitzt der AG „Fort- und Weiterbildung“ vor, die aus gegebenem Anlass eng mit dem BDB-Bildungswerk zusammenarbeitet. Hier soll ein Fragebogen an die BG’s klären, welche Angebote bereits gemacht werden und was noch fehlt.

Der Fragebogen wurde Anfang Dezember an alle BDB-Bezirksgruppen verschickt. Die AG hat um Rücklauf der Fragebögen bis zum 22.12.2011 gebeten, damit deren Auswertung im Januar 2012 beginnen kann. Sie soll Grundlage für die 2. Sitzung der AG 4 am 11.02.2012 in Würzburg sein.

Hartmut Miksch beschrieb seine AG „Struktur des Verbandes“ als kleine arbeitsfähige Einheit, die auf einem guten Weg ist und bis April die erste Stufe der Arbeit abliefern kann. Die Mitgliederstruktur, die Gremienstruktur und die Verwaltungsstruktur würden analysiert und als erstes Fazit hätte sich auch hier herausgestellt, dass die Arbeit ehrenamtlich nicht mehr zu leisten ist. Bei der Gremienstruktur würden Szenarien durchgespielt, welche die Abschaffung der Bundesfachreferate beinhalteten, da sie die Aufgaben nicht mehr im ursprünglich gedachten Sinne leisten könnten. Als Ersatz könne man sich einen berufspolitischen Informationstag vorstellen, der im Wechsel mit dem Baumeistertag stattfindet.
Um die Arbeit der Landesverbände und Bezirksgruppen zu professionalisieren müssten ebenfalls neue Strukturen gefunden werden, die die AG im Moment in halbprofessionellen Stützpunkten erkennt, die zum Ansprechpartner für die Mitglieder werden müssten. Miksch betonte, dass all diese Dinge zur Diskussion stehen und forderte alle BDB-Mitglieder auf, sich mit Fragen und Anregungen bei den jeweiligen AG’s einzubringen und dafür alle Kanäle zu nutzen, die zu Verfügung stehen.

Hubert Borchert berichtete für die AG „Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit“ und verwies auf die Expertise von Frau Professorin Hanka Polkehn von der Fachhochschule Wismar, die auch an der Sitzung der AG im August teilgenommen hat. Borchert betonte, dass die Arbeitsgruppe einstimmig die Meinung vertritt, dass das Corporate Design eine fundamentale Voraussetzung für die Außendarstellung des BDB ist und kündigte die Erarbeitung einer Ausschreibung hierzu an.

An die Berichte schloss sich eine engagierte Diskussion vor allem um die Arbeit der letzten AG an. Hartmut Miksch betonte, dass die Suche nach einem CI wichtig, aber nicht alles sei, wenn man sich noch nicht sicher ist, in welche Richtung sich der Verband zukünftig entwickelt. Auch Monika Bartel vermisste neue Impulse aus der AG „Außendarstellung und Öffentlichkeitsarbeit“, die über Gestalterisches hinausgehen. Einig war man sich darüber, dass die Protokolle der AG-Treffen im internen Bereich der BDB-Homepage veröffentlich werden sollen, um so die Mitarbeit aller interessierten Mitglieder zu gewährleisten.

Des Weiteren wurden die Themen „Berufspolitik“ (HOAI, Bachelor und Master, Gesamtschuldnerische Haftung, Mitarbeit in nationalen und internationalen Verbänden), „BDB-intern“ (Haushalt und Finanzen, Berichte aus den Bundesfachreferaten und den Landesverbänden, Baumeistertag 2013) und „Öffentlichkeitsarbeit“ (BDB-Jahresleitthema, Balthasar-Neumann-Preis, Architekturpreise „Zukunft wohnen“ und „Gut bedacht“) behandelt. Hier das Wichtigste in Kürze:

HOAI – Honorargutachten falsch ausgeschrieben
Um die angestrebte HOAI-Novelle steht es wegen eines peinlichen Fehlers im Bundeswirtschaftsministerium, wie Hans Georg Wagner berichtete, nicht gut. Eigentlich hatte man das Gefühl, dass die Arbeit gut vorangeht, die Arbeit in den Arbeitsgruppen funktioniert und vor allem die beiden beteiligten Bundesministerien für Wirtschaft und Technologie sowie Verkehr, Bau und Stadtentwicklung besser zusammenarbeiten als bei den Vorgängerregierungen. Doch kommt der sowieso schon enge Zeitplan, der die Novelle bis zum Ende der Legislaturperiode von Schwarz-Gelb in trockenen Tüchern sehen wollte, ins Schlingern, da die Vergabe des Honorargutachtens vom Wirtschaftsministerium falsch, nämlich nicht EU-weit, ausgeschrieben worden war.
Der erste Teil, so Hartmut Miksch in seinem Sachstandsbericht, sei getan, die Inhalte der HOAI-Novelle durch das Bauministerium zügig bearbeitet worden. Darin sei viel Positives zu entdecken, aber Architekten und Ingenieure müssten auch manche Kröte schlucken, wie etwa die nicht ausreichende Deckelung des Umbauzuschlags bei 20 Prozent. Der zweite Teil, der die Frage der Angemessenheit der Preise klären sollte, ist wegen der falsch ausgeschriebenen Gutachtenvergabe bisher noch nicht getan. Damit, so Miksch, ist der Schwerpunkt unserer Forderungen nach mehr Geld noch nicht geleistet. Miksch wies darauf hin, dass politischer Druck aufgebaut werden muss, falls sich im Februar – wenn die Neuausschreibung des Gutachtens stattfinden soll – zeigt, dass der Weg über ein Gutachten aus zeitlichen Gründen nicht mehr gangbar ist. Vermutungen, bei dem Ausschreibungsfehler im Wirtschaftministerium handle es sich um Strategie, um den Prozess der Novellierung zu torpedieren, wollten weder Miksch noch Wagner ganz ausschließen.

BDB-Haushalt 2012 einstimmig angenommen
Auch in diesem Jahr bescheinigte Kassenprüfer Manfred Vöckler der Bundesgeschäftsstelle gut gearbeitet zu haben, er und sein Team konnten keine Unregelmäßigkeiten feststellen. Der Vorsitzende des Finanzausschusses Peter Winkel erläuterte die mittelfristige Finanzplanung, die wegen der eigentlich zu geringen Beitragserhöhung doch wieder auf einen Sparhaushalt hinausläuft. Trotz dieser Einschränkung konnte Vizepräsident Ernst Storzum einen ausgeglichenen Haushaltsplan vorlegen, der bei zwei Enthaltungen einstimmig angenommen wurde.

Preise
In Bezug auf den Balthasar-Neumann-Preis musste Hans Georg Wagner feststellen, dass nichts mehr geht. Der Preis darf nicht ohne den Konradin Verlag ausgeschrieben werden und mit ihm will der BDB ihn nicht mehr ausschreiben. Das Präsidium denkt über Alternativen nach.
Hartmut Miksch berichtete von zwei Preisen, dem neu auszuschreibenden „Zukunft wohnen“, den der BDB gemeinsam mit der Zementindustrie auslobt und dem etwas versandeten „Gut bedacht“, bei dem eine Neuausrichtung notwendig sei.
Damit endete eine intensive Arbeitssitzung. Präsident Wagner bedankte sich beim Bundesvorstand für die gute Zusammenarbeit. Mit den besten Wünschen für die Weihnachtszeit und das neue Jahr entließ Wagner die Mitglieder des Bundesvorstands ins wohlverdiente Wochenende.

Marianne

Autor: Marianne

Hallo, ich heiße Marianne und bin Geschäfstführerin des BDB. Die Betreuung der Studenten bei uns im Verband gehört zu meinen Aufgaben.

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