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BDB CAMP RUHR.2010

Rückblick
Zum allerersten Mal starteten die Studentensprecher unseres Verbandes das Pilotprojekt „BDB Camp“. Eine Exkursion möchte man meinen, an sich nichts Neues. Doch das BDB CAMP versucht mehr zu sein.

Über die letzten Jahre haben sich viele bekannte Strukturen stark verändert. Die Hochschulen wurden unwiderruflich auf ein 2-gliedriges System umgestellt. Damit verbunden ist der Erfolgsdruck gegenüber Studierenden stetig gestiegen. Freie Zeit ist nicht mehr so einfach „freie“ Zeit. Berufsverbände aber auch andere Organisationen, die auf ehrenamtliches Engagement angewiesen sind, haben dies in den letzten Jahren stark zu spüren bekommen. Der Mitgliederrückgang gerade bei den Studenten war immens. Das ruft nach Optimierung: minimaler Aufwand für maximalen Erfolg!

Der Gedanke des Berufsverbandes „Gleich unter Gleichen zu sein“ scheint somit in Gefahr. Hier soll das BDB CAMP dauerhaft ansetzen. Wir wollen einen überregionalen Treffpunkt im BDB etablieren, helfen Kontakte zu knüpfen und Freunde zu gewinnen, sprich ein junges Netzwerk aufbauen. Der BDB soll Spaß machen und gleichzeitig den Grundgedanken des Berufsverbandes – alle am Bau beteiligten Planer zu vereinen – weiter in sich tragen.

Nichts passender als das Ruhrgebiet mit seiner laufenden RUHR.2010 hätten wir uns somit für unser erstes CAMP aussuchen können. Erstmalig ist eine Metropolregion als Kulturhauptstadt ernannt worden. Ein Zusammenschluss vieler Städte, die vom Gedanken der Region geeint werden. Der Gedanke der Gemeinschaft, der so existenziell für uns ist.

So fand das erste BDB Camp vom 02.-05. September 2010 im Ruhrgebiet mit abwechslungsreichem Programm statt. Nein, wir campten nicht – wir hausten die drei Nächte im Gästehaus Goalfever in Essen, die ehemalige Zeche „Fritz-Heinrich“. Für unsere Zwecke sehr praktisch. Bei einigen kamen die jugendlichen Gefühle von Klassenfahrten hoch.


Am Donnerstag reisten die Teilnehmer aus ganz Deutschland an und wir starteten das Camp nach einer kurzen Kennenlernrunde mit einem spontanen gemütlichen Grillabend. Der ideale Rahmen zum näheren Kennenlernen und ersten längeren Gesprächen.

Am nächsten Morgen versammelten wir uns zur gemeinsamen Abfahrt zum nahe gelegenen Gelände der Zeche „Zollverein“, das wir mit Hilfe eine GPS-Rallye abenteuerlich erkundeten.

Was das ist? Geocaching, auch GPS-Rallye, ein beliebtes Hobby der Studentensprecher ist eine Art elektronische Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Die Verstecke („Geocaches“, kurz „Caches“) oder Stationen werden anhand geographischer Koordinaten mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht. Diese Koordinaten mussten teilweise vorher in unseren Kleingruppen durch verschiedene thematische Fragen oder Interaktionen ermittelt werden.  Eine schöne Möglichkeit so ein unbekanntes und großes Gelände spielend leicht kennen zu lernen. Der Höhepunkt war die Aufgabe, bei der wir auf einer großen Freifläche den Schriftzug „BDB-Camp“ ablaufen sollten, der das GPS-Gerät aufzeichnete. Dabei kamen lustige Ergebnisse heraus und ein klarer Sieger dieser Aufgabe konnte ermittelt werden.

Danach verbrachten wir die freie Zeit auf dem Zechengelände mit genaueren Erkundungen des Geländes und der Gebäude oder Museumsbesuchen wie z.B. das Ruhrmuseum, das Red Dot Design Museum oder der Sanaa-Kubus.

Den Abend ließen wir dank unserer ortskundigen Teilnehmenden gesellig in Bochum im Bermudadreieck ausklingen.

Samstag ging es frisch gestärkt los zu unserer Tages-Architektur-Tour durchs Ruhrgebiet. Mit einem Bus fuhren wir vier Stationen ab:

Das Bergbaumuseum in Bochum mit dem Erweiterungsbau „Schwarzer Diamant“ des international bekannten Architekturbüros Benthem & Crouwel aus Aachen/Amsterdam, dessen markante tiefschwarze Fassade sich als Schnitt durch ein strahlend gelb-orangefarbenes Stollensystem darstellt.

Als weiteren Museumsbau besichtigten wir das Folkwang-Museum in Essen mit seinem Ende November 2009 fertiggestelltem Erweiterungsbau des renommierten britischen Architekten David Chipperfield, der den Architektenwettbewerb im März 2007 gewann. Die Jury lobte insbesondere den Respekt Chipperfields vor dem zu erhaltenden denkmalgeschützten Altbau des Museums, dessen Architektur in den sechs hohen kubischen Baukörpern, die durch Innenhöfe miteinander verbunden sind, aufgegriffen wurde. Die vom Altbau übernommen Konzepte der großen Fenster und der Innenhöfe ermöglichen es die Kunstobjekte – wo dies aus konservatorischen Gründen möglich ist – in natürlichem Licht zu präsentieren.

Nach einer kurzen Mittags-“pause“ ging es in den Duisburger Innenhafen, der eine Größe von 89 ha vorweist und während der Hoch-Zeit der industriellen Revolution über ein Jahrhundert lang der zentrale Hafen- und Handelsplatz der Ruhrgebietsstadt war. Seit Mitte der 1960er Jahre verlor der Hafen an Bedeutung und lag für 20 Jahre brach, ehe am Innenhafen ein Strukturwandel einsetzte. Das zur Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA), die 1989 bis 99 stattfand, gehörende ehemalige Industriegebiet hat sich grundlegend gewandelt.  Die Basis für dieses Musterbeispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet lieferte 1994 der britische Architekt Lord Norman Foster. Mittlerweile hat sich der Innenhafen zu einem Ort entwickelt, der Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser verbindet.

Die vierte und letzte Station führte uns zum Tetraeder nach Bottrop, eine sogenannte Landmarke des Ruhrgebiets. Das Haldenereignis Emscherblick, kurz Tetraeder, ist ein in Form einer dreiseitigen Pyramide erbauter und frei begehbarer Aussichtsturm auf der Halde Beckstraße in Bottrop-Batenbrock. Die Stahl-Konstruktion mit einer Seitenlänge von 60 m ruht auf vier 9 m hohen Betonpfeilern und befindet sich auf der Kuppe der ca. 120 m NN. hohen Halde an der Beckstraße. Die Halde hat eine Prominenz von etwa 90 Metern zum Umgebungsniveau. So hatten wir von dort bei dem tollen Wetter, was wir das gesamte Wochenende „Glück auf“ hatten, einen wunderschönen Blick über das grüne Ruhrgebiet.

Nach einer kurzen Verschnaufpause in unserem Quartier zogen wir los in die Essener Innenstadt und ließen dort den Tag lecker und gesellig ausklingen.

Den Sonntagmorgen verbrachten wir mit einem gemütlichen Frühstück und trafen uns zum Abschied in einer Abschlussrunde. Einige eindrückliche und ermunternde Kommentare können Sie am Ende dieses Artikels nachlesen. Und weil sich einige immer noch nicht von diesem erlebnisreichen Wochenende und der sympathischen Gruppe trennen wollten oder einfach noch Zeit bis zu Ihrer geplanten Abfahrt hatten, wanderte eine kleine Gruppe spontan noch auf die hinter unserem Quartier gelegenen Halde mit einer weiteren Landmarke. Schweren Herzens mussten wir uns schließlich doch voneinander verabschieden und alle waren sich einig: das war zwar das erste Mal, aber sicher nicht letzte Mal!

In diesem Sinne:

Vielen Dank an alle Teilnehmenden – es war einfach eine super Gemeinschaft mit vielen neu geknüpften Kontakten, interessanten Gesprächen und wichtigem Erfahrungsaustausch über Studium, Hochschule und Berufsleben.

Vielen Dank an alle Studentensprecher für die Idee und ihr Engagement für dieses erlebnisreiche Wochenende, die es mit Unterstützung der Geschäftsstelle organisiert haben.

Vielen Dank dem Präsidium für das Ermöglichen unserer Idee!

Vielen Dank den Landesverbänden und Bezirksgruppen, sowie einzelnen Mitgliedern für die großzügige finanzielle Unterstützung, ohne die so ein Wochenende niemals so günstig angeboten hätte werden können.

Delia Moritz

Autor: Delia Moritz

Hallo, ich bin Delia und stellv. Bundesstudentensprecherin sowie Landesstudentensprecherin von Rheinland-Pfalz.

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